Was ist eigentlich mit Träwelling?

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Träwelling ist vor drei Jahren als kleines Projekt aus Langeweile und zu viel Freizeit entstanden und hat mittlerweile über 1.500 angemeldete Benutzer, über 60.000 Checkins und weit über 5.000.000 gefahrene Kilometern — weitaus mehr, als ich mir jemals hätte vorstellen können.

Wenn man überlegt, dass alles mit etwa 30 Leuten, die die „Alpha-Version“ ( damals noch unter dem Namen Project Iccarus) getestet haben, startete und sich die „Community“ so stark vergrößert hat… Einfach unvorstellbar für mich. Nur leider bringt das auch viel zu viele Probleme mit sich.

Problem Nummer 1: Entwicklung & Zeit

Wenn man ein Webprojekt mit 14 Jahren anfängt und bis dahin noch gar nichts in der Größe gemacht hat, ist das eine immense Herausforderung. Damals war das zeittechnisch zum Glück kein großes Problem: 9. Klasse, viel Zeit neben der Schule, keine Verpflichtungen und aufgrund des Deutschlandpass auch sehr viel Lust auf so etwas. Nur leider schwindet so eine Lust, mit der Zeit, wenn immer mehr auf einen zukommen. So kamen bspw. die Realschulprüfung, Arbeit neben der Schule und co. So zieht sich die Entwicklung immer weiter nach hinten und die Motivation sinkt, weil man keine Fortschritte mehr sieht. Es ist ein Teufelskreis. Erst schiebt man auf, weil man gerade keine Lust hat, dann tut sich nichts und dann hat man noch weniger Lust.

 

Leider vergisst man so auch sehr leicht, wie sein Code eigentlich aufgebaut ist.
Mit 14 denkt man nämlich nicht wirklich an vernünftiges Kommentieren. Jetzt ist es so, dass ich mir Träwelling ansehe und ich sechs essentielle Grundfunktionen in einer Datei auf fünfzig Unterverzeichnissen habe, die sich auch noch in der Desktop- & Mobilversion, sowie der API (Ja, es gab mal eine API. XML-basiert. Bitte fragt nicht, das war ein Griff ins Klo.) komplett unterscheiden und das auch noch alles PHP-basiert. Undokumentiert. In richtig scheiße.

Also was tun?  NEU MACHEN!

Genau das ist auch der Plan, aber… naja. Als Schüler in der Oberstufe, der nebenher noch im Familienbetrieb arbeitet, hat man wirklich kaum Zeit und die Zeit, die man gerade noch aufbringen kann, will man entweder zum Lernen auf das Abitur, oder in Freizeit investieren.

 

Problema nummero due: Das Feedback

Kurz vorweg gesagt: Die Träwelling-Community ist echt super und ich möchte hier niemanden gezielt beleidigen, aber es gibt da leider ein paar Dinge, die gesagt werden müssen.

Ich werde oft genug blöd angemacht, wie bescheuert ich doch mit Träwelling umgehe und dass mir sämtliche Nutzer egal seien. Glaubt mir, das höre ich öfter, als mir recht ist.
Nur ist mir Träwelling nun mal nicht egal, nur sieht man, wie oben beschrieben, warum da nichts läuft. Ich habe in dieses Projekt verdammt viel Lebenszeit investiert und auch recht viel Geld für damalige Verhältnisse. Für manche von euch mögen 200€ über drei Jahre nicht teuer erscheinen, aber nicht jeder hat dieselben finanziellen Mittel zur Verfügung. Daher hat es mich auch nicht wenig gefreut, als mir 2013 jemand einen Amazon-Gutschein zukommen lies.

Egal. Weg von diesem finanziellen Scheiß. Wir waren bei Feedback. Am liebsten ist mir immernoch der Punkt: „Ihhh, Träwelling! Ihr seid eine beschissene Datenkrake! Ihr wollt meine DMs auslesen und deshalb seid ihr scheiße!!1!1!!!111!“

NEIN!  Verdammt nochmal nein! Das hat alles einen sehr guten Grund: Mit 13 kannte ich mich mit der Twitter-API null aus und dachte mir:

Oh! Wenn ich mir selbst eine DM schicken will, muss ich doch auf die DMs zugreifen können
— Klein Levin, 2013

Damals hat sich komischerweise auch wirklich _niemand_ beschwert.
Jetzt stehe ich leider vor einem kleinen Problem: Wenn ich eine neue Twitter-App mache, die keinen Zugriff auch die DMs hat, kann ich das gesamte System in die Tonne kloppen. Ich habe das damals einfach sowas von unperformant geschrieben, dass es über gehashte API-Tokens der User abgleicht, welcher Account jetzt wirklich verbunden ist. Während ich diese(n) Fehler suche, könnte ich Träwelling dreimal neu schreiben.

Und jetzt mal ganz kurz an alle besorgten Datenschützer da draußen: 
Weder ich, noch @aledjonesworld (der mir helfen will, Träwelling neu zu machen), haben jemals in irgendwelche DMs von Nutzern gesehen, noch werden wir es jemals tun. Ich kann eure Bedenken verstehen, aber ich kann leider momentan auch nichts daran ändern. Ihr könnt dann gerne Träwelling benutzen, wenn wir die wirklich neueste Version veröffentlichen, aber wir haben noch nicht mal eine Deadline, geschweigedenn richtig angefangen. Tut mir wirklich leid.

 

Problème numéro trois: Die Deutsche Bahn und alles was mit APIs zu tun hat

Ich wollte dieses Projekt ursprünglich nur für die Züge der DB Bahn auslegen, nur leider hat sich festgestellt, dass die Damen und Herren sehr gerne Unterlassungserklärungen versenden, wenn man ungefragt deren Daten verarbeitet. Und da ich den Nutzern Verspätungen und/oder Zugausfälle, sowie Gleiswechsel und was es sonst noch so gibt in Echtzeit liefern möchte, ist die opendata-Aktion der Bahn mit ihren soll-Daten keine Option. Die schweizer API ist zum Glück auch mit deutschen Zügen kompatibel, aber leider nicht immer so verlässlich, wenn ich mir ansehe, wieviele Menschen darüber klagen, dass sie keine Züge sehen. Aber leider löst diese Schnittstelle auch nicht die Probleme mit Privatbahnen und Fernbusunternehmen, die sämtliche kooperation bis jetzt abgelehnt haben.

Wenn da irgendjemand ’ne Idee hat, bitte gebt bescheid.

 

So, das war jetzt im groben und ganzen ein Überblick, warum bei Träwelling nichts passiert und wie dieses Ding so weitergeht.

Ich hoffe, ich habe in meiner Übermüdung einen halbwegs leserlichen Text verfasst. Wer Fehler findet, darf selbst entscheiden, was er/sie damit macht.

 

Gute Nacht,
Levin